Besuch der 6.Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport des Kreistages

Ich habe mich als Besucher auf dem Weg zum Tagungsort Mühlberg gemacht, da auch Herzberger Themen auf der Tagesordnung standen. Zu Beginn gab es eine kurze Führung durch das Museum Mühlberg 1547 und ich muss wirklich sagen es ist sehenswert und kann jedem interessierten Bürger nur wärmstens empfohlen werden. Erster wichtiger Tagesordnungspunkt des Ausschusses waren die Ausführungen zur Grund- und Oberschule "Johannes Clajus" in Herzberg. Es konnte positiv berichtet werden, dass durch die Sanierung gegen die Geruchsbelästigung in der ersten Hälfte der Schule eine deutliche Verbesserung stattgefunden hat und auch der Zeitplan für die weiteren Abschnitte steht. Weiterhin hatte noch der Tagesordnungspunkt 6 „Informationen zum Raumplan Gymnasium Herzberg und Oberstufenzentrum Herzberg“ meine volle Aufmerksamkeit. Frau Eilitz, Leiterin Amt für Jugend, Familie und Bildung, erläuterte, dass es bereits ein Treffen mit der Schulleiterin des Gymnasiums gab. Es wurde alle Raummaße aufgenommen und festgestellt, dass in der Summe im OSZ mehr Platz vorhanden ist als das Gymnasium benötigt. Als nächsten Schritt geht es in Planung, wie die Räumlichkeiten fachgerecht genutzt werden können. Auf dieser Grundlage sollen dann erste Zahlen für Kostenschätzungen erhoben werden.

Zu diesem allgemeinen Thema gab es noch eine äußerst interessante Wortmeldung von Frau Christiane Winzer, Lehrerin im Oberstufenzentrum Elbe-Elster und Vorstandsmitglied des Kreisschulbeirates. Ihr brannte es auf der Seele Ihren Unmut über Presseveröffentlichung zum OSZ Herzberg auszudrücken. Als Lehrerin fühlte Sie sich persönlich angegriffen, wenn es Ausführungen gibt, welche dem OSZ verschwendete Investitionen bzw. Gelder unterstellen. Ich kann persönlich den Unmut von Frau Winzer verstehen, wenn jemand behauptet, Gelder, die in das OSZ geflossen sind wären Verschwendung gewesen. Nun verfolge ich das Thema des möglichen Umzugs des Herzberger Gymnasiums in die Räumlichkeiten des OSZ Herzberg auch in der Presse sehr intensiv. Ich konnte mich aber spontan an keine Presseveröffentlichungen erinnern, welche die Grundlage für die Anmerkungen waren. Einen Tipp bekam ich als Besuch aber sofort, da ich als Besucher persönlich vom Vorsitzenden des Ausschusses angesprochen wurde, dass ich diese Anmerkung doch bitte mit in meine Fraktion nehmen möchte. Nun bin ich in der glücklichen Lage manchmal auch sprichwörtlich zwischen den Zeilen zu lesen können. Dies war in dieser Stelle auch nötig, denn meine Fraktion „Herzberg Zählt“ in der Herzberger Stadtverordnetenversammlung hat zu diesem Thema noch nie eine Pressemitteilung mit den Unterstellungen der Geldverschwendung abgegeben, auch wenn sich unsere Fraktion klar zum Herzberger Gymnasiumstandort Innenstadt bekennt. Mein Fraktionsmitglied Christian Voigt ist bekanntlich auch Mitglied der Herzberger Initiativgruppe "Philipp-Melanchthon: Meine Schüler bleiben bei mir". Von dieser Initiativgruppe gab es sehr wohl bereits viele Presseveröffentlichungen. Ich kann mich allerdings auch nicht daran erinnern in diesen Presseveröffentlichungen bisher gelesen zu haben, dass dem Gebäudekomplex des Oberstufenzentrums Geldverschwendung unterstellt wurde. Vollkommen zu Recht forderte der Ausschussvorsitzende Gerd Rothaug als Abschluss zum genannten Tagesordnungspunkt für die weitere Zukunft eine sachliche Diskussion zur Standortfrage des Herzberger Gymnasiums.

Diese sachliche Diskussion möchte ich mit ein paar weiteren Zeilen anregen. Die Anmerkung von Frau Winzer macht deutlich, dass die Befürworter des Gymnasiumstandorts Innenstadt Ihre Position scheinbar klarer und deutlicher zum Ausdruck bringen müssen. Für mich als gebürtigen Herzberger ist das Gymnasium in der Rosa-Luxemburg-Straße nicht nur einfach ein Gebäude. Dieser Gymnasiumstandort bedeutet für mich Identität in meiner Heimatstadt. Ich identifiziere mich klar mit dem städtebaulichen Ensemble aus Rathaus, Kirche und Gymnasium als Teil meines Heimatgefühls. Für mich ist dieses Ensemble genauso wichtige Identität wie für den Berliner das Brandenburger Tor oder dem Kölner der Dom. Wenn das Herzberger Gymnasium umziehen soll muss es für mich also mehr als nachvollziehbare Gründe haben. Ich akzeptiere als einzigen Entscheidungsgrund nicht den hohen Buchwert des Oberstufenzentrums im Anlagevermögen des Kreises. Ich erwarte einen ehrlichen Kostenvergleich aller Varianten der Standortfrage. Ein ehrlicher Kostenvergleich beinhaltet für mich z.B. auch alle Baumaßnahmen der Gebäude in der Rosa-Luxemburg-Straße für mögliche Folgenutzungen. Dies ist man den Herzbergern Bürgern einfach schuldig, wenn man über die heimatliche Identifizierung mit der historischen Herzberger Innenstadt verhandelt.