Zeit für eine ehrliche Diskussion zum Standort des Gymnasiums

Zur Sitzung des kreislichen Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport vom 22.06.2015

Wie es der Förderverein des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums auf seiner Internetpräsenz verlauten ließ: „Die Katze ist aus dem Sack - Umzug in das OSZ ist der Plan des Landkreises!“

Nun mag diese Aussage für den ein oder anderen keine Überraschung mehr sein. Die Art und Weise, dass der Wille der Kreisstädter an einem Erhalt des Innenstadtstandortes seit nunmehr fast 4 Jahren seitens des Landkreises ignoriert und ausgesessen wird, schon. Diese Taktik mag nicht unklug gewählt sein, sind doch die vielen Willensbekundungen der Herzberger nach so langer Zeit bei dem ein oder anderen wieder in Vergessenheit geraten sein.

Aus diesem Grund möchten wir noch einmal darauf aufmerksam machen, wie sich die Herzberger bisher für den Innenstadt eingesetzt haben:

  - Plakataktion der Innenstadtgeschäfte
  - Unterschriftenaktion mit mehr als 2000 gesammelten Unterschriften
  - Votum der Stadtverordnetenversammlung für den Erhalt des Innenstadtstandortes
  - Treffen aller Herzberger Interessengruppen mit einem eindeutigen Votum für den Innenstadtstandort

So wie andere Städte, die kreisliche Gymnasien beherbergen, hat auch Herzberg das Recht, dass eine Entscheidung zum Standort nicht nur aufgrund der Kassenlage erfolgt. Wir bemängeln an dieser Stelle die fehlende Transparenz zur Entscheidungsfindung des Landkreises sowie die fehlende Bereitschaft belastbare Kostengegenüberstellungen der verschiedenen Standortvarianten seitens des Landkreises öffentlich vorzulegen. So können bisherige Zahlenwerke, wenn es sie denn überhaupt gibt, nur als grobe Schätzungen angesehen werden, die als Grundlage für eine Entscheidung über den Standort des Herzberger Gymnasiums nur bedingt tauglich sind. Reichen die bisherigen Auskünfte des Landkreises und die in den kreislichen Gremien stattgefundenen Beratungen für diese für Herzberg so folgenschwere Entscheidung wirklich aus? Sind die Meinungen denn wirklich so zementiert, dass ein Nachdenken über alternative Nutzungsmöglichkeiten für die Gebäude des Oberstufenzentrums von vornherein ausgeschlossen wird?

Als parteilose Wählergruppe fordern wir alle Kreistagsabgeordneten auf, sich selbständig mit diesem Thema zu befassen und die Argumente des Landkreises, die - wen wundert es - ausschließlich gegen den Innenstadtstandort sprechen, zu hinterfragen. Den Landkreis fordern wir auf, endlich einen öffentlichen Abwägungsprozess um den Standort des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums zuzulassen. Dies wäre wahrscheinlich der unbequemere, mit Sicherheit aber der ehrlichere Weg.